Die Entwicklung von Rauhaar beim Welpen

Es gibt bei Rauhaarteckeln unterschiedliche erbliche Veranlagungen, die eine grosse Rolle bei der Entwicklung ihrer Haarpracht spielen. Generell pflegeleicht und meistens überraschungsfrei sind Vertreter, die mit eher kurzem und/oder weniger dichtem Haar daher kommen, bei Teckeln die allerdings sehr haarige Eltern haben, ist die richtige Pflege in den ersten Monaten ausschlaggebend. Ich werde immer wieder gefragt, wieso meine so haarige Welpen trotzdem so schönes sehr rauhes Haar bilden, sehen sie doch auf den Welpenbildern so plüschig aus. So einen kleinen Plüschbär habe ich in der Person von Hey Joe, eine wahre Haarexplosion ist der kleine Bursche und das beste Beispiel für den Umgang mit solchen Haartypen:

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Joe hat einen starken Haarwuchs und mit 3 Monaten sah er sehr niedlich aus, die Locken waren unwiederstehlich und sie waren schön weich. Bei seinem Anblick waren die Kosenamen “Bärchen” und “Plüschhase” präsent. Das hört sich zuerst ja niedlich an, aber Joe ist ein Rauhaarteckel, lange weiche lockige Haare sind nicht passend, was ist also falsch an diesem Hund? Gar nichts, Joe ist ein Welpe und hat einfach nur Welpenhaar. Damit sich dieses korrekt zu Rauhaar entwickeln kann, bedarf es einer entsprechenden Behandlung.



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Wenige Wochen später ist das Welpenhaar so richtig explodiert. Es sind sogar schon hellere Haare zu sehen, Nothaare drohen. Er ist gerade mal 3,5 Monate alt. Hier werden die Weichen für gesunden Haarwuchs gelegt. Leider berichten mir immer wieder Halter von ihren “massakrierten” Hunden, denn die meistens Hundefriseure sind der Meinung, dass so ein Haar nur geschoren werden kann, sie wissen nicht, das Welpenhaar meistens so lockig und weich ist, vor allem wenn die Halter sehr spät reagiere, weil der Hund auf einmal nicht mehr süss ausschaut, sondern sich die Haarfarbe allmählich ändert und er aussieht, wie ein explodiertes Eichhörnchen. Wird daraufhin das Haar geschnitten oder geschoren, kann sich kein gesundes rauhes Haar entwickeln, dafür muss nämlich das Welpenhaar durch zupfen (am besten nur mit den Fingern) enfernt werden. Dies ist bei Welpen eine langwierige Aufgabe, denn das Haar wird nicht überall gleichzeitig reif und das bedeutet, es muss immer wieder an den längeren Strähnen gezuppelt werden. 

Viele Halter glauben, dass man frühestens mit 6 oder sogar 9 Monaten zupfen sollte. Dann ist es allerdings zu spät für gutes rauhes Haar. Ab 3 Monaten sollte man anfangen zu testen, ob das Haar an unterschiedlichen Stellen reif ist. Meistens ist spätestens mit 4 Monaten bereits viel zu entfernen und dann heisst es am Ball bleiben und nach und nach das herausgewachsene Welpenhaar zupfen. Dann hat der Junghund mit 6 Monaten eine Top-Haarpracht. Ich sehe viele Hunde im Verein und ausserhalb von denen behauptet wird, sie hätten von Geburt an schlechtes Haar gehabt. Das ist eine sehr weit verbreitete Fehleinschätzung, die darauf beruht, dass die Menschen nicht den Unterschied zwischen Welpenhaar und endgültigem Haar kennen und nicht verstehen, dass in fast allen Fällen sie selbst an der Misere Schuld sind, weil sie nicht richtig gehandelt haben und entweder viel zu lange gewartet haben, um das Welpenfell zu entfernen oder es geschnitten haben. Das habe ich bereits sogar bei Züchtern gesehen, die Welpen mit tollen Haaranlagen die Beine geschoren haben, weil sie sonst “zu weiches Fell” entwickeln würden. Es war ihnen nicht klar zu machen, dass das weiche Fell eine Konsequenz der Schur ist, der Hund hätte absolut harsches und perfektes Haar an den Beinen gehabt, wäre dies nur korrekt gezupft worden. 

Wie die meisten Welpen findet Joe das anfangs noch ganz amüsant, spätestens wenn es um die Flanken geht, platzt ihm der Kragen und er beisst herzhaft in meine Finger, was mit den Welpenzähnchen höllisch weh tut. Ich teste immer wieder die verbliebenen Welpenhaare auf den “Reifegrad” und arbeite mich Zentimeter für Zentimeter voran. 

Mit 4 Monaten ist bereits ein Grossteil des Rumpfes soweit, an der Farbe lässt sich gut erkennen, dass die neuen rauhen Haare noch sehr kurz sind und zwischen der Unterwolle (heller) stecken. Dafür sind sie sehr rauh für so einen kleinen Kerl. Bei den Pfoten zeigt Joe null Humor, da werde ich Hilfe brauchen, weil er mich dauernd tackert. Hier wird sich die Entwicklung auch perfekt zeigen lassen.

To be followed...