Fellrettung bei Rauhis

Notfell Klara

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14618809 10208002068109215 1828158333 oKlara ist ein neunjähriger Standardrauhaardackel, der 9 Jahre lang sich selbst überlassen auf einem Hof gelebt hat. Nachdem ihr Herrchen verstarb, wurde sie von einer tollen Familie angenommen und diese hat nach Hilfe für das verwahrloste Fell gesucht. Klara hatte gar keine Unterwolle mehr (diese stirbt ab, wenn Rauhis nicht regelmässig gezupft werden) und bestand hauptsächlich aus massiven Verfilzungen, sie war nur beim abtasten als Dackel erkennbar. 

Bei solchen Fellen wird dann immer behauptet, das einzig mögliche wäre scheren. Das dies nicht stimmt soll hier gezeigt werden, denn durch eine Schur wäre das Haar zwar schnell runter, der Hund würde jedoch miserabel aussehen und das Fell wäre ruiniert. 

Wie sie nach einer Schur ausgeschaut hätte, lässt sich an dem Bild links eines geschorenen Dackels gleiche Grundfarbe und Grösse erkennen. Vielen Dank an dieser Stelle an die Halter des Dackels links und an die Familie von Klara für die zur Verfügungstellung der Bilder, ohne die ich diese Aufklärung nicht machen könnte.

Selbst so ein Fell ist zu retten, wenn man den Willen dazu hat. Gerade weil noch nie jemand mit Schere oder Schermaschine an ihr war, wird das Haar wieder schön und sie wird bald wie ein richtiger kleiner Rauhi ausschauen.

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Klara's Kopf, die Lefzen und Ohren bestehen aus Zentimeter dickem, hartem Filz (Nothaare verfilzen stark). Die Behänge sind dadurch 3 cm dick und Klara kann sie schon lange nicht mal mehr schütteln.

Alles muss kontrolliert runtergezupft werden, aber wie, denn der ganze Hund besteht aus Filz und Knoten. Das erfordert viel Gelassenheit seitens Hund und Menschen.

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Der Rückenbereich sollte immer zuerst gemacht werden, so gewöhnt sich der Hund an das zuppeln und man kann unterschiedliche Techniken probieren, die Haare in den Griff zu bekommen. Klara hat es sehr genossen. Der Wohlfühleffekt war ihr richtig anzumerken. Sie hat gar keine Unterwolle mehr, anders als bei oft geschorenen Hunden hat das Fell jedoch nun eine Chance, sich zu erholen, neue Unterwolle zu bilden und dicht zu wachsen.

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Der Filz wird regelrecht aufgesägt, dann lässt sich das Haar zupfen.

Als nächstes geht es an den Kopf, wobei Ohren und Schnauze die grossen Baustellen darstellen. Hier hatte sie 4 grosse Filzpakete: jeweils eins pro Ohr - innen und aussen (die Lauscher waren deswegen  bis zu 3 cm dick und konnten schon lange nicht mehr geschüttelt werden), sowie eines pro Schnauzenseite. Klara hat auch hier wieder anstandslos kooperiert.






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Die Schnauze konnte nicht mal mehr richtig geöffnet werden, die oberen und unteren Haare waren ineinander verklebt und verfilzt.

Mit sehr viel Geduld und Ruhe, ohne Schmerzen und ohne Schere bzw. Schermaschine wurde Klara gezupft, um die Natur des Rauhaars zu respektieren und verwandelte sich. Sie hat es sehr genossen.

Rechts ist das erste Ohr geschafft, im Vergleich zum anderen… 

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Die Lauscher sind soweit, eine Schnauzenseite ist fast fertig, der Unterschied zur wilden Seite ist horrend.

Nota: die Augen sind von jemandem freigeschnitten worden, das muss erst wieder hingebogen werden.

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Es hat gedauert und Menschen wie Dackel gefordert, aber das Ergebnis ist überwältigend, Klara hat wieder ein richtiges Gesicht und kann sofort als Rauhaardackel identifiziert werden. Es ist die Verwandlung vom Biest in die Schöne.

Zum Vergleich kann man sich nochmals den Kopf des armen geschorenen Hundes oben ansehen...


Die neue Klara hat sich zuhause erst einmal auf ihr Bällchen gestürzt, wohl weil sie vorher die Schnauze vor lauter Verfilzungen nicht schmerzfrei öffnen konnte.



Letzter Teil:  die Rettung der Beinhaare.

Diese bestehen ausschliesslich auch Nothaaren, die sich bilden wenn Haare nicht fachgerecht gezupft werden. Hier sind die Haare nie angefasst worden, sie dürften sich noch retten lassen (bei geschnittenen oder geschorenen Haaren ist das letztendlich viel schlimmer, denn nicht immer kann man es wieder rückgängig machen)

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Der Unterschied zwischen der gemachten und ungemachten Seite ist horrend. Auch hier wurde ausschliesslich gezupft.

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So sieht Klara ohne den Filz aus, sie beweisst dass auch völlig verfilzte Hunde nicht geschoren werden sollten, sondern dass es durchaus möglich ist, das Fell artgerecht zu retten. Nun muss es erst einmal wachsen, neue rauhe Haare werden spriessen, es werden noch ca. ein Jahr lang Nothaare durchkommen, die bereits im Keim in den Haarkanälen stecken. Das Rauhaar wird sich jedoch durchsetzen und die Unterwolle kann jetzt auch wiederkommen. Auch hier sehen Sie sich zum Vergleich den geschorenen Dackel als Vergleich an, das ist Klara erspart geblieben. 


Informationen zum Thema Trimmen und wieso nie geschnitten oder geschoren werden sollte finden sich auf folgenden Seiten:

- Trimmen ist keine Option, sondern gehört zur Pflege des Rauhaars

- Die Entstehung von Nothaaren und die Rückverwandlung
- Scheren zerstört das rauhe Haar


6 Wochen später

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Es ist viel nachgewachsen, hier sieht man deutlich auch die Nothaare, die nun ungehindert nachkommen.

Der Körper wird von den längeren Haaren befreit und nun erscheint richtig harsches, wirklich sehr rauhes Haar (hierunter links). Allerdings fallen auch die vielen Schuppen auf, die Haut ist übersäht damit, sie löst sich regelrecht auf. Schlimm? Nein, denn es zeigt ja, dass sie sich endlich erneuern kann, es ist ein gutes Zeichen. 

Dafür war Ausschlag in den Lauschern zu sehen, wohl ein Ekzemen, das ist eine übliche Konsequenz wenn lange Zeit rauhes Haar falsch (oder wie hier gar nicht) behandelt wird.

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Die weissen Nothaare werden noch einige Zeit präsent sein, ob die sich wohl ganz vertreiben lassen werden? Das lässt sich noch nicht mit Sicherheit sagen, es handelt sich hier nicht um eine völlig vorhersehbare Wissenschaft, jeder Fall ist anders. Fest steht nur, sie müssen rausgeholt werden, so sanft wie möglich. Da sie schon von sich aus sehr fein sind und kaum die Haut bedecken, ist nach deren Entfernung an manchen Stellen wie am Kopf (Schädeldecke) oder an der Brust die Haut zu sehen. Am Rücken ist das Ergebnis ja bereits fantastisch (bis auf die Unterwolle, die noch fehlt), der Rest wird länger benötigen.

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Das Ergebnis links ist ja schon sehr beachtlich, wenn man überlegt, dass dies nur 6-8 Wochen nach der Enfernung der verfilzten Haare ist. Es wurde nichts


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Luise, einmal geschoren und dann noch der Coat King

Luise ist eine goldige einjährige Dackeldame, welche gleich zweimal falsche Fellbehandlung geniessen durfte. Als 3 Monate alter Welpe ist sie an einen Hundefriseur geraten, der Beine, Brust und Bart geschoren/geschnitten hat, statt diese zu trimmen. 3 Trimmdurchgänge haben es ermöglicht, einen Teil der durch die Schur entstandenen Nothaare nach und nach zu entfernen, die Rückenhaare haben sich auch wieder sehr gut entwickelt und die Hündin hat ein sehr dickes harsches Haar bekommen. Dann passierte eine kleine Katastrophe: ein Familienmitglied bearbeitet das tolle Rückenhaar mit einem Coat King, mit verheerenden Folgen, die wir im Bild erklären möchten, denn oftmals werden diese Geräte sogar von sehr schlecht informierten Züchtern verkauft.

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Das ist die Konsequenz von 5 Minuten striegeln mit dem Coat King, ein einziges Mal.

Sehen Sie die weissen Haare? 

Es sind normale Haare, welche im weissen Teil abgeschnitten wurden, das können Sie sehr gut am Bild hierunter erkennen, wo einige Haare die das striegeln überlebt haben, zu sehen sind.

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Diese Haare wurden nicht geschnitten und hier sehen Sie gut, dass sie oben schwarz und unten weiss sind (Bild rechts).





Hier wurden die Haare sauber herausgetrimmt und es lässt sich gut erkennen: die Farbe ist halbe/halbe. Das Haar wächst erst schwarz, dann weiss weiter, das ist öfter so. Der Striegel hat die Haare einfach geschnitten, weshalb die weissen Haare nun so stark hervortreten. Das gleiche passiert, wenn jemand nicht mit dem Trimmesser umgehen kann, denn bei dem geht es darum, es so zu halten, dass es nur die Haare greift und hält, jedoch nicht schneidet. 

Dies ist das Gerät, welches ein solches Ergebnis innerhalb weniger Minuten zustande brachte. Die einzige Lösung ist, das komplette Deckhaar bis auf die Unterwolle herunter zu trimmen, es ist ja nicht mehr zu erkennen, welches Haar reif ist und welches nicht. Es braucht 6 Monate bis zu einem Jahr, solches Haar wieder hin zu bekommen.

Der schneidende Coat King ist nicht für rauhe Haare geeignet, es gibt einen, der Stumpf ist, aber gute Fingerarbeit kann das keinesfalls ersetzen.



An den Beinen wurde zum Glück nicht mit dem Gerät herumfurwerkelt, allerdings sind noch 9 Monate später die Nachwehen der ersten “Behandlung” durch einen Hundefriseur zu sehen. Immer noch kommen Nothaare nach. Bei der natürlichen, hervorragenden Haarstruktur dieser Hündin müsste sie sehr gute Haare an den Beinen haben.


Hier wurde auch der Bart mit einer Schermaschine gekürzt und die Brauen geschnitten. Das Ergebnis nach 9 Monaten sehen Sie hierunter. Diese Hündin müsste einen harschen, farbigen Bart und Brauen haben, Fehlanzeige. Dies ist die direkte Konsequenz der falschen Behandlung.

Auf dem Bild hierunter sehen Sie, dass das Haar weicher ist, als es sein sollte, die Farbe ist deutlich weniger intensiv als normal, mitunter sogar grau.




Es gibt nur eine einzige Möglichkeit, solches Haar zu retten, ein Versuch ist es wert: Das weiche Kopfhaar inklusive Bart und Brauen muss gezupft werden. 

Es wurde vorab ein Versuch der kompletten Entfernung der ähnlich veränderten Brust- und Halshaare unternommen: nach 3 Monaten waren wieder richtige rauhe Haare da - sehr gut auf dem rechtem Bild unten sichtbar. Nun geht es in der oberen Etage genauso weiter, es werden allerdings viele Etappen nötig sein, denn Luise hat sehr viel Bart und der kann nicht in einem Mal entfernt werden. Hier ist ausschliesslich mit den Fingern getrimmt worden.




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Wir danken für die Bilder und werden weiter berichten.



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