Achtung giftig!

Für Hunde giftige Lebensmittel & Pflanzen

Kurz nicht aufgepasst, schon hat Wauzi etwas gefressen, das ihm nicht bekommt, oder Sie geben Ihrem Hund unwissentlich etwas, was für uns Menschen völlig unbedenklich sind, jedoch dem Stoffwechsel von Hunden schwer zusetzt. Auch Pflanzen im Garten können grosse Gefahren bergen, vor allem junge Hunde probieren diese gerne (Eve hat die Iris “probiert”, Gismo konnte ich kaum von der Yucca fernhalten). Auch gibt es falsche Annahmen bzgl. der Wirkung von Lebensmitteln wie z.B. Knoblauch.

Schokolade

Schokolade enthält Theobromin. Dieser Stoff befindet sich vor allem in dunkler Bitterschokolade. Je höher der Kakaoanteil in der Schokolade, umso mehr Theobromin enthält sie. Der Stoff kann im Hundekörper nich abgebaut werden, zweieinhalb Tafeln schwarzer Schokolade können laut Tierarzt Dr. Wendlberger einen ausgewachsenen Hund mit 40 Kilogramm Körpergewicht töten.

Symptome einer Theobromin-Vergiftung: Unruhe, starker Harndrang und Muskelkrämpfe, die im schlimmsten Fall zu Herzversagen führen können. Hat also Ihr Hund schwarze Schokolade gefressen, sollten Sie unverzüglich zum Tierarzt (nehmen Sie die Verpackung mit, die wird er nicht mitgefuttert haben).

Weintrauben und Rosinen

Wer denkt bei diesen Früchten an böses? Es reichen bei manchen Hunden pro Kilogramm Körpergewicht 3 grosse Weintrauben oder eine Handvoll Rosinen, um akutes Nierenversagen auszulösen. Es ist zum heutigen Zeitpunkt nicht klar, welcher Wirkstoff das Nierenversagen auslöst, ob nur bestimmte Rassen davon betroffen sind und ob es auch bei regelmäßigem Verzehr kleiner Mengen zu Vergiftungen kommen kann. Es wird jedenfalls von professionneller tierärztlicher Seite davor gewarnt, Hunden Weintrauben zu geben.



Nachtschattengewächse

Zu den Nachtschattengewächsen gehören über 90 Pflanzengattungen. Darunter sind viele gängige Gemüsesorten wie Tomaten, Paprika, Auberginen und Kartoffeln. Nachtschattengewächse enthalten das für Hunde giftige Solanin und sollten deshalb nicht verfüttert werden. Das Solanin befindet sich vor allem in den grünen Teilen des Gemüses und in unreifen Früchten. Kartoffeln können verfüttert werden, sie müssen nur entsprechend geschält, von grünen Teilen befreit und lange gekocht werden, dies zerstört das Solanin.

Mögliche Symptome einer Vergiftung: Übelkeit, Durchfall und Niedergeschlagenheit.

Avocados, Obstkerne und Macadamianüsse

Eine Avocado-Sorte enthält Persin, diese Sorte ist allerdings schwer zu identifizieren, daher sollten Avocados nie verfüttert werden. Persin führt zu schweren Atembeschwerden und Herzmuskelschäden.

Vorsicht auch bei Obstkernen, die zerkaut und zerbissen - auch für Menschen - gefährliche Blausäure (Cyanwasserstoff) freisetzen. Dies ist z.B. der Fall bei Aprikosen. Auch Macadamianüsse enthalten Blausäure.

Kohl und Hülsenfrüchte

Blumenkohl, Grünkohl, Brokkoli, Wirsing, Rosenkohl, Kohlrabi, Rot- und Weißkohl können schmerzhafte Blähungen hervorrufen. Sie sind zwar nicht giftig, haben jedoch oft unnangenehme Nebenwirkungen – Chinakohl verursacht hingegen keine Blähungen. Einige Hunde vertragen alle Kohlsorten gut, deshalb ist es sinnvoll das lokal erhältliche Wintergemüse auszuprobieren. Anfangs mit kleinen Mengen testen, wie der Hund die Sorte verträgt, Ihre Nase wird es schnell zeigen. Kohl nicht roh geben, sondern immer gekocht oder gedünstet. 

Hülsenfrüchte wie Bohnen, Erbsen und Linsen gehören nicht in den Hundenapf. Sie verursachen Blähungen. Bohnen enthalten zudem den Giftstoff Phasin, der zu Magen-Darm-Beschwerden führen kann.

Zwiebeln und Knoblauch

Dass Zwiebeln für Hunde Tabu sind, dürfte sich mittlerweile herumgesprochen haben. Bei Knoblauch ist es eine Frage der Menge, es soll eine parasitenabwehrende Wirkung haben. Einige Hersteller verkaufen Knoblauchpillen für Hunde, lassen Sie lieber die Finger davon. Ein bisschen im Futter ist noch ok, aber Wissenschaftler fanden heraus, dass Zwiebeln und Knoblauch bei Hunden zu Brechdurchfall und Anämien führen können, also zum Zerfall der roten Blutkörperchen. Verursacher ist die in den Zwiebelgewächsen enthaltene Schwefelverbindung N-Propyldisulfid. Aus eigener Erfahrung kann ich hundertprozentig bestätigen, dass Knoblauch eine direkte, starke Wirkung auf die Blutzusammensetzung beim Menschen hat. Die leckeren Zehen hemmen die Gerinnung und das, obwohl sie viel Vitamin K enthalten, das eigentlich genau die gegensätzliche Wirkung hat. Die Menge ist hier also der entscheidende Faktor und es sollte vorsichtig mit dem Gewürz hantiert werden. Bei Trockenprodukten verliert man da schnell den Ueberblick.

Gewürze

Der Magen-Darm-Trakt des Hundes ist nicht auf scharfe Speisen ausgerichtet. Eigentlich dürften Hundehalter nicht einmal auf den Gedanken kommen, ihrem Hund stark gewürzte Gerichte wie scharfes thailändisches oder chinesisches Essen zu geben. Ein wenig  Salz im Essen ab und an ist hingegen positiv. Manche Gewürze kann man aber auch geziehlt einsetzen, so ist Curcuma sehr effektiv bei Bekämpfen von Blasenentzündungen. 

Milchprodukte

Milchprodukte sollte nicht in grossen Mengen verfüttert werden, sie enthalten Lactose, die für Hunde schwer verdaulich ist. Es kann zu Verdauungsschwierigkeiten und bei extremer Unverträglichkeit auch zu einer Entzündung der Bauchspeicheldrüse kommen. Ausnahmen sind Hart-, Schnitt- und Weichkäse – diese Sorten sind laktosefrei bzw. enthalten nur noch geringe Mengen davon. Von Schimmelkäse ist abzuraten, er kann zu Durchfall führen. Bei Käse sollte auch die enthaltene Salzmenge berücksichtigt werden, Parmesan ist z.B. keine gute Wahl, Camembert dafür gut.

Schweinefleisch

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Rohes Schweinefleisch (auch Wildschweinfleisch) kann Träger des für Menschen ungefährlichen, für Hunde aber in der Regel tödlichen Aujeszky-Virus sein. „Die Krankheit geht mit hohem Fieber einher, führt zu einem hochgradigem Juckreiz und die Tiere sterben innerhalb von wenigen Tagen“, sagt Tierarzt Wendlberger. Dem verseuchten Fleisch ist rein gar nichts anzusehen. Eine einfache Methode, das Virus unschädlich zu machen, ist, das Schweinefleisch zum Beispiel durch Braten auf über 55 Grad zu erhitzen. Um ganz sicher zu gehen, verbannen wir lieber Schweinefleisch von der hündischen Speisekarte, das betrifft auch getrocknete Ware (Schweineohren oder Nasen), diese kann noch den gefährlichen Virus tragen, wenn nicht heiss genug getrocknet wurde.

Das Süssungsmittel Xylit/Xylitol ist für Hunde bereits in geringer Menge tödlich!

Bei Hunden steigert Xylitol die Insulinausschüttung enorm, das führt zum Abfallen des Blutzuckerspiegels und kann tödliche Folgen haben und dies schon ab kleinsten Mengen.

Symptome wie Zittern oder Schwanken treten bereits wenige Minuten nach dem Verzehr der mit Xylit gesüssten Speise auf. Rufen Sie sofort Ihren Tierarzt an, damit er Vorbereitungen treffen kann. Sie müssen schnellstmöglich dort eintreffen, damit der Hund noch gerettet werden kann.

Sofortige Gegenmassnahme (kann jemand machen, während Sie fahren, damit keine Zeit verloren wird):  dem Hund sollte  Zuckerwasser oder Honig in die Mundhöhle gestrichen werden.

Bei Hunden die gerne in der Küche warten, dass Ihnen etwas runterfällt und bei kleinen Kindern, die sich sehr einfach beklauen lassen, bzw. freiwillig abgeben sollten Sie besser gar keine Nahrungsmittel und Kaugummis mit diesem Zuckeraustauschstoff verwenden.

Xylit wird immer häufiger als Süssungsmittel verwendet. Informieren auch Sie andere Hundehalter über diese nicht bekannte Gefahr sowie über die Notwendigkeit eines schnellen Handelns, wenn der Hund Xylit gefressen hat.

Giftige Pflanzen

Vergiftungen durch Pflanzen sind eher die Ausnahme, können aber vereinzelt vorkommen. 

Giftige Pflanzen, die in der Natur wachsen, sind zum Beispiel Goldregen, Fingerhut, Buchsbaum und Maiglöckchen. Bei letzteren ist „sogar das Wasser giftig, wenn sie in einer Vase standen und der Hund daraus trinkt“, erklärt Wendlberger. Tödlich sind Maiglöckchen jedoch zum Glück nicht. „Philodendron oder Eibe können zu Verätzungen der Mundschleimhaut führen“, fährt der Tierarzt fort. Auch verschiedene Zimmerpflanzen wie Primeln, Fikus oder Topfazaleen sind für den Hund giftig. Wendlberger sieht jedoch bei aller Vorsicht keinen Grund zu großer Sorge: „Der Vergiftungsverdacht wird zwar oftmals von Besitzern geäußert, kommt aber selten vor.“

Allgemeine Vergiftungssymptome

Anzeichen für eine Vergiftung sowohl durch Lebensmittel als auch durch Pflanzen können geweitete Pupillen, Herzrasen und Blut im Urin sein. Krämpfe und Schluckbeschwerden gehören ebenfalls zu den klassischen Symptomen einer Vergiftung. All das sind Veränderungen, auf die Besitzer achten sollten und die relativ einfach zu erkennen sind. Bei einem Verdacht auf Herzrasen empfiehlt Wendlberger, einfach mal die Hand auf den Brustkasten zu legen. Ruht der Hund friedlich auf seinem Platz, sollte sein Herz nicht pochen wie nach dem Toben mit dem Nachbarshund. Nimmt der Hund Futter auf und lässt es anschließend sofort wieder herausfallen, deutet dies auch darauf hin, dass mit ihm etwas nicht in Ordnung ist. Zeigt Ihr Hund die genannten Auffälligkeiten oder sollten Sie aus anderen Gründen den Verdacht auf eine Vergiftung Ihres Hundes hegen, sollten Sie umgehend einen Tierarzt aufsuchen.