Kommandos, die sitzen sollten

In der Dackelschule gibt es Kurse, in denen der Dackel lernt, auf Sie zu hören und vor allem, wo Sie lernen, Ihren Kumpel korrekt an der Leine zu führen, mit ihm durch Menschenmengen gehen, ihm richtiges Sitz, Bleib oder Platz beibringen. Nicht selten werden dort Dackel gesichtet, die erst nach 1-2 Jahren kommen, weil die Halter überfordert sind, einen bissigen Hund haben, der anscheinend auf sie taub reagiert und auf gar kein Kommando hört. So macht es keinen Spass, es geht  aber auch anders!

Was Sie können müssen, bevor er Kommandos lernen kann

Bevor Sie sich die Kommandos einprägen, die Sie Ihrem Hund (am besten mit Hilfe des Klubs oder der Hundeschule) beibringen werden, merken Sie sich folgendes: Sie sind der Chef, der Kapitän. Als solcher flüstern Sie nicht verschämt mit hängenden, eingezogenen Schultern, sondern sprechen mit starker Stimme und artikulieren Sie übertrieben. Stellen Sie sich hin, Schultern nach hinten, Sie bestimmen, benehmen Sie sich auch so, denn der Teckel ist nicht dumm, wer mit kleiner Piepsstimme zögernd Kommandos stottert, erntet vom Hund Spot aber keinen Gehorsam. Das muss nicht Lautstärke bedeuten, sondern Sicherheit und Bestimmtheit im Ton und der Körperhaltung. Das habe ich bereits bei 9jährigen Kindern beobachten können, die Hunde haben auf den Punkt gehorcht. 

Merken Sie sich auch, dass der Hund ca. 20% auf Ihre Stimme und 80% auf Ihre Gestik reagiert. Wer sich permanent unterwürfig hinstellt, wird entsprechend vom Teckel eingestuft und wenn Sie Kommandowörter oder Zeichen immer wieder ändern, kann der Hund Sie nicht verstehen. Sätze wie "Sitz! Nun sitz doch! Sitz endlich du blöder Hund! Mach jetzt endlich, dass du dich hinsetzt! Ich habe die Nase voll von dir..." beweisen nur, dass Sie nicht mit Hunden umgehen können. Dabei ist es so einfach, dem Hund beizubringen, auf Fingerschnippen mit Sitzen zu reagieren. Ihr Geschwafel versteht er nicht, er stellt nur auf Durchzug und sein Blick spricht Bände. 

Erzählen Sie dem Hund nichts, sagen Sie nur das, was als Kommando zu deuten ist, damit er nicht auf stur schaltet, behalten Sie leise Unterhaltung für Schmusezeiten. Nutzen Sie Gestik (ein gesprochenes Kommando und ein Zeichen), wobei in der Familie jeder die Kommandos und das dazugehörige Zeichen kennen sollte. Bei den Zeichen ist es, wie bei den Worten: sie müssen sehr präzise ausgeführt werden. Hunde sehen kleinste Abweichungen und sie reagieren nicht, wenn Sie das Zeichen anders geben. Hand horizontal zum Boden ausgestreckt sollte immer genauso aussehen, keinesfalls mal gerade nach unten, oder gar schräg... sonst versteht der Hund nicht, was Sie erwarten. Sie sollten sich in jedem Fall eine Hundepfeife mit Trill und normalem Ton anschaffen, weshalb werde ich noch erläutern.

Gekonnt loben

Bevor es losgeht, erst einmal etwas zum loben. Loben ist sehr wichtig. Dabei kommt es nur auf eines an, die Tonlage. Hunde empfinden hohe quietschende Töne als angenehm positiv. Daher vermeiden Sie das Wort "Gut", es klingt zu dunkel, nehmen Sie stattdessen das schöne Wort "Fein". Dieses benutzen Sie überschwänglich, "feiiiiiiiiiiiiiiinnnn" mit einem ganz langen i, quietschen Sie regelrecht, fühlen Sie sich ruhig lächerlich, der Hund liebt diese Töne, er findet sie supertoll, alles andere ist unwichtig. Beobachten Sie, wie er vor Stolz regelrecht wächst, wenn Sie es sagen. Benutzen Sie es kombiniert mit einer Leckerligabe, werden Sie irgendwann feststellen, dass sich der Dackel beim Wort Fein! schon die Lefzen leckt, dann sind Sie soweit, ihn mit dem Wort schon genügend zu loben, lassen Sie nach und nach die Happen weg, das ist besser für den Taillenumfang.


Nachfolgend werden wir mal die wichtigsten Kommandos durchgehen

Diese Kommandos nutzen Sie täglich soweit möglich bei Ihrem Spaziergang:
- Sitz
Platz
- Bleib
- Steh
- Hier
- Fuss
- Anleinen
- Vorwärts
- Nein/Pfui
- Raus da
- Notbremse (Pfeife)
- Notrückruf (Pfeife)

Ausserdem gibt es praktische Kommandos:

- OK
- Such
- Apporte (französisch für "Bring", das Originalwort wird auch in Deutschland genutzt)
- Hinlegen
- Füss' abputzen

Wenn Sie ein Kommando geben, nennen Sie den Hundenamen und direkt im Anschluss das Kommando. Tun Sie dies nicht, kann es gut sein, dass der Hund sich nicht angesprochen fühlt. Ausnahme ist, wenn Sie einen direkten visuellement Kontakt haben und er nicht ignorieren kann, dass er damit gemeint ist.  Generelle Kommandos (auch bei vielen Hunden in der Meute) sollten mit dem Wort "und" beginnen  ("und Fuss!"). Hunde lernen, dass "und" von einem Kommando gefolgt wird und reagieren überraschend gut darauf.

Sitz!

Chiara sitzt auf Fingerzeig

Das beherrscht jeder Hund sehr schnell und ein Welpe kann es schon lernen. Bei dem Kommando Sitz! (sprechen Sie das i sehr spitz und deutlich aus (Siiitz) oder benutzen Sie Sitzen! (es geht darum es von Platz! besser abzugrenzen).

Unterstützen Sie das Kommando durch das passende Zeichen, Faust zusammengeballt, Zeigefinger im 10 Uhr-Winkel nach vorne gestreckt. Alternativ können Sie dem Hund beibringen, auf Fingerschnippen zu sitzen, dies ist sehr effektiv und diskret. Damit der kleine Kerl sich setzt, nehmen Sie ein Leckerli in die Hand und geben Sie ihm Kommando und Zeichen. Dabei gehen Sie langsam mit der Leckerli-Kommandohand Richtung Schwanz. Er wird sich meist setzten, da er die Hand verfolgen möchte. Sobald er es tut, sofort Leckerli geben und reichlich loben. Anfangs fangen Sie mit der Hand ca. 10 cm über seinem Kopf, nach und nach gehen Sie in eine normale stehende Position.

Um das Sitz auf Fingerschnippen zu trainieren, warten Sie, dass der Hund schon das Sitz Kommando beherrscht. Jetzt tun Sie es wie folgt: Sie schnippen (muss schon laut genug sein) und geben direkt danach das Sitz Kommando. Nach mehreren Wiederholungen hat der Dackel beides verbunden und setzt sich schon beim Schnippgeräusch.

Platz

Gismo

In deutschen Hundeschulen wird vorwiegend das Kommando Platz! bevorzugt, weshalb Sie das Sitz deutlich differenziert aussprechen müssen. Ich bevorzuge zur besseren Verständigung das englische Kommando Down! (da-uu-nnn), da ich feststellen musste, dass es vom Hund besser unterschieden wird und (ehrlich gesagt) schreit es sich auch deutlich einfacher sehr laut, wenn die Notbremse nötig und keine Pfeife dabei ist (das kommt noch später).

Das passende Zeichen ist eine horizontal gehaltene Hand, Handteller nach unten, Fingerspitzen nach vorne, geschlossen gehalten. Nehmen Sie immer die gleiche Hand und achten Sie auf die Position. Die feinste Schrägstellung wird vom Vierbeiner gemerkt und er denkt, Sie meinen was, was er nicht kennt.

Bei Hunden, die das Kommando noch nicht kennen, gehen Sie wie folgt vor. Klemmen Sie ein Leckerli unten zwischen 2 Finger der Kommandohand. Gehen Sie nach vorne über und halten Sie die Flache hand vor dem Welpen über dem Boden (besser ist es, anfangs dabei zu sitzen). Sagen Sie Platz! oder Down!, die Hand ist ja in korrekter Position. Der kleine wird versuchen an das Leckerli zu kommen, geben Sie ihm Zeit, er wird meist erst versuchen, an der Hand zu kratzen. Sobald Sie merken, er wird sich hinlegen (um unter die Hand zu kommen, die ja wenige Zentimeter über dem Boden schwebt), wiederholen Sie das Kommando und geben Sie das Leckerli mit reichlich Lob frei, sobald er liegt.

Bleib!

Bleib

Das Bleib signalisiert dem Hund, er soll ruhig liegen bleiben und sich nicht von der Stelle bewegen. 

Die Schwierigkeit besteht darin, dass so mancher Zappelphilipp kaum an Ort und Stelle bleiben möchte. Sinn ist, den Hund 10 Minuten lang egal wo abzulegen, ohne dass er aufsteht und rumläuft. Falls Sie im Gelände üben und es mögliche Gefahren (Autos, Radfahrer...) gibt, nehmen Sie eine leichte Feldleine und leinen Sie den Hund so an, dass er sich nicht in Gefahr bringen kann. Er muss aber das Gefühl haben, ohne Leine zu sein. Sie können den Anfang auch gut im Haus üben.

Legen Sie den Hund mit Platz! ab (auf einer komfortablen Decke fällt es ihm leichter) und entfernen Sie sich langsam rückwärts. Sobald der Hund sich setzt, aufsteht oder weg will - meist zu Ihnen kommend - gehen Sie wieder vor, nehmen Sie ihn und legen Sie ihn mit Bleib! wieder an die Ausgangsstelle. 

Es ist meist sehr viel einfacher, wenn Sie draussen mit einer Unterlage (Decke, Matte...) beim müdem Hund (am Ende des Spaziergangs) üben. Warten Sie demnach, dass der Hund erst ausgetobt ist, bevor Sie das Bleib mit ihm trainieren. Nach und nach werden Sie immer mehr Distanz (bei der Begleithundeprüfung sollten es 50 Meter sein) aufbauen und die Zeit auf 10 Minuten ausdehnen. Als Handzeichen können Sie die nach oben abgewinkelte Hand mit leichter Öffnung der Finger nehmen.

Steh!

Steh

Steh (am besten langezogen Stehhhhhhh) ist ein sehr praktisches Kommando, welches sehr oft genutzt wird. 

Gerade Menschen, die ihre Hunde auch ausstellen möchten, müssen dies trainieren, denn der Hund soll sich beim stehenbleiben des Menschen nicht hinsetzen sondern sauber hinstellen. Auch ohne diesen Hintergrund sollten Sie das Kommando üben, was ja ganz einfach an der Leine geht. Wenn Sie den Hund im sicheren Gelände später frei laufen lassen, können Sie ihn so auf Zuruf zum stehen bekommen, z.B. um Ihnen zu ermöglichen, ihn einzuholen oder um ihn vor der Überquerung einer Strasse (an der Leine) zum stehen zu bringen. 

Hier!

Eve

Das Wort erklärt sich von selbst, egal was Hundi macht, auf Hiiiiieeeeer! muss es unverzüglich kommen. Das lässt sich vor allem bei verfressenen Dackeln gut trainieren. Am besten geht es morgens, lassen Sie das Hundefrühstück ausfallen und nehmen Sie stattdessen sein Frühstück in einem Beutel mit (geht natürlich am einfachsten mit einem hochwertigen Trockenfutter). Falls Sie über viel eingezäunten Platz verfügen, können Sie es mit dem freilaufenden Hund üben, ansonsten nehmen Sie eine mindestens 10 Meter lange Feldleine, um den Hund (z.B. an einem Gürtel) zu sichern und gehen Sie in ein Feld- und Wiesengebiet. Lassen Sie den Hund rumtollen und rufen Sie Hier! Belohnen Sie ihn mit Futterbrocken. Das Spiel dauert solange noch etwas von dem Futter da ist. Wichtig ist, dass er zwischenzeitlich schön anderweitig beschäftigt ist und nicht an Ihrer Seite klebt.


Fuss!

Fuss bedeutet, dass der Dackel korrekt an der Leine (und später auch ohne) neben dem Hundeführer laufen soll. Wichtig ist, dass Sie daran denken, immer mit dem linken Fuss (an dem der Hund ja läuft) starten, denn so versteht der Hund schneller, dass Sie loslaufen. Laufen Sie zügig mit dem Hund an einer relativ kurzgehaltenen Leine, wenn er schneller geht, ziehen Sie ihn sanft (keinesfalls ruckartig) an die richtige Stelle zurück und sagen Sie Fuss! Läuft der Hund dann richtig, belohnen Sie ihn. Falls er hinter Ihnen läuft, locken Sie ihn vor.

Anleinen!

Anleinen ist ein sehr nützliches Kommando, welches wenige nutzen. Dabei ist es sehr einfach zu lernen für den Hund. Sagen Sie es klar und deutlich jedes mal, wenn Sie mit dem Hund ausgehen und ihm das Halsband umlegen bzw. ihn anleinen möchten. 

Der Nutzen ist allerdings woanders zu sehen: wenn Sie unterwegs sind, der Hund bei Freunden im Garten rumtollt oder frei im Gelände und Sie ihn schnell an der Leine haben möchten/müssen, wirkt das Wort Wunder. Das Dackelchen kommt angezischt und lässt sich anleinen. Sehr praktisch, vor allem, wenn man mit mehreren Hunden unterwegs ist.

Vorwärts!

Vorwärts! benötigen vor allem Personen, welche die Begleithundeprüfungen ablegen wollen, ausserdem auch Sportler, die den Hund an der Langlaufleine vor sich laufen lassen und hinter denen joggen, laufen oder nordic walken. Ausserdem wird das Kommando in Kombination benötigt, wenn der Dackel Spielzeug bringen soll. Manche werfen Leckerlis voraus, um das zu trainieren (nicht so toll, der Hund lernt von der Strasse zu fressen und das möchten wir vermeiden) oder verstecken Leckerlis 20 Meter weiter, es geht aber auch mit Lob, ohne Futter. 

Schicken Sie mit ausladender Armbewegung den Hund vor, tut er es, wird er laut und ausgiebig gelobt, er versteht den Zusammenhang ziemlich rasch. Natürlich geben Sie dann kein Leckerli, sonst denkt er, er bekommt für das zurückkommen etwas (gibt es zwar auch, ist aber Hier!).

Nein!/Pfui!

Ein scharfes Nein! oder Pfui! hängt nicht vorm Wort ab, sondern vom Ton. Was Sie lieber nutzen ist egal, es geht darum, das der kurze sofort das unterbricht, was er gerade vor hat. Zum Beispiel sich in Aas zu wälzen, Tischbeine zahntechnisch auf ihre Qualität zu testen oder etwas von der Strasse zu fressen. Ist der Ton scharf genug, versteht der Hund sofort, was gemeint ist.

Raus da!

Das Raus da! Kommando ist eines der praktischsten überhaupt. Es geht darum, den freilaufenden Teckel aus Büschen, Feldern usw. herauszubekommen, bevor er auf der verfolgten Spur heiss läuft und abzischt. Geübt wird das Kommando am besten mit der Schleppleine. Sie können damit den Hund zu sich ziehen (Kommando im scharfen Ton und sofort ziehen), ist er bei Ihnen, gibt es eine Belohnung. Sobald er auf das Kommando reagiert, ohne dass Sie die Leine einsetzen müssen, können Sie diese abmachen.

Notbremse (Pfeife)

Die Notbremse sollten Sie bei jedem Spaziergang üben. Es ist die Lebensversicherung Ihres Hundes, wenn dieser frei läuft. Dafür nutzen Sie eine Trillerpfeife (gibt es kombiniert mit einer normalen Pfeife oder einfache Trillerpfeife), die hört der Hund besser als ein Ruf. Auf Trill soll der Hund sich sofort hinlegen, egal wie weit er weg ist, ob er rennt, buddelt... Er darf sich nicht mehr bewegen und muss warten, dass er von Ihnen abgeholt wird (keinesfalls anschliessend rufen, sondern immer abholen). 

Da Sie davon ausgehen müssen, auch gerade mal im Bedarfsfall die Pfeife nicht parat zu haben, kombinieren Sie mit Down! (daher nehme ich dieses Wort, das sich gut sehr laut schreien lässt). 

Geübt wird es sehr einfach, lassen Sie den Hund laufen und pfeifen/rufen Sie Down! ohne Vorwarnung (der Hund sollte das Platz bzw. Down schon beherrschen). Vor Schreck bleibt er meist zuerst stehen. Legt er sich nicht hin, gehen Sie zu ihm und bringen ihn sanft zum liegen. Dann entfernen Sie sich. Warten Sie gute 5 Minuten, wenn der Hund aufsteht, gehen Sie hin, legen ihn zurück an den ursprünglichen Platz und gehen erneut. Holen Sie den Hund am Ende ab und loben Sie ihn überschwänglich, Leckerlis sind sehr willkommen. Dieses Kommando ist obligatorischer Bestandteil der erschwerten Begleithundeprüfung, vorher konnte sie freiwillig durchgeführt werden. 

Ein Auto nähert sich, ein Kaninchen hoppelt über die Wiese in Richtung Strasse: Trill! Down!!!, dies kann ein lebensrettendes Kommando sein.

Notrückruf (Pfeife)

Die andere Seite der Pfeife - ein normaler Ton ohne Trill - oder eine andere Pfeife entspricht dem Hier!, ist allerdings deutlich besser zu hören. Sie können es in Kombination mit Hier! trainieren, so weiss der Hund, dass er unverzüglich kommen soll, wenn Sie pfeifen, auch das kann sein Leben retten.

OK, das Auflösungswort

OK oder ein anderes beliebiges Wort kann genutzt werden, um den Hunden zu zeigen, dass das letzte Kommando aufgelöst wird. Zum Beispiel bringen Sie den Hund mit Steh! zum Stillstand, sobald er weiterlaufen kann, sagen Sie das Auflösungswort sehr positiv/freundlich. Mit OK haben meine kleinen eigentlich nicht mal Training benötigt, das ging wie von selbst, da der Ton stimmte.

Such!

Lustigerweise verstehen die Dackel fast immer von vorneherein die Bedeutung des Wortes, die Intonation macht es. Wer Such such! sagt, erlebt es, der Dackel sucht wie besessen, meist Mäuschen in Feldern. Aber Sie können ihm auch sein Spielzeug zeigen und es dann ohne, dass er sieht wo, es verstecken. Mit Such such! starten Sie die Suchaktion. Unterstützen Sie ihn dabei kräftig. Er hat einen Heidenspass daran. Sie können das auch hervorragend bei Regentagen im Haus als Spiel nutzen, indem Sie das Lieblingsspielzeug verstecken und suchen lassen.

Apporte (französisch für "Bring", das Originalwort wird auch in Deutschland genutzt)

Eve

Apportieren macht Dackeln eine Mengen Spass. Ob Bälle, Frisbees, diverse Dummies, sie rasen nur so hinterher. Schwieriger ist es, sie dazu zu bekommen, das Objekt abzuliefern. 

Der Trick besteht darin, das Wauwau an der langen Feldleine zu haben und das Apportel nicht weiter zu werfen, als die Leine lang ist. Vorwärts Apporte! rufen (ab dem zweiten Versuch muss der Hund vor dem Wurf festgehalten werden, damit er nicht vorher vorprescht), er stürzt sich regelrecht auf das Objekt. Wenn er es hat, nochmals Apporte! rufen, wenn er nicht reagiert, sanft die Leine zurückziehen und den Hund loben, wenn er bei Ihnen am Fuss ist. 

Einige Hunde rücken den Gegenstand mehr oder minder freiwillig heraus, bei anderen ist tricksen gefragt. Von in die Nase oder in die Ohren pusten, rate ich sehr ab, erstens müssen Sie ganz schön weit runter, das erfordert einen gesunden Rücken und Knie, zweitens brauchen Sie gute Reflexe, so mancher Hund kann als Dank vor lauter Jagdeifer schnappen. Da ich mit einem Starrkopf, der nichts freiwillig ausgibt, gesegnet bin, habe ich 2 Jahre lang nach einer Lösung gesucht. Erst durch Zufall habe ich sie gefunden: ich halte ihn vorne gut oben am Halsband oder am Genick fest und hebe ihn an, dann greife ihm mit der freien Hand an die Leiste. Er mag es gar nicht und lässt sofort das Apportel los. Man muss nur schnell sein, ihn von dem Objekt wegziehen und es schnell nehmen. Vorsicht ist in jedem Fall geboten, der Dackel versucht natürlich sofort wieder an das Spielzeug zu kommen und übersieht dabei gerne mal die Finger, die im Weg sind.

Abputzen

Füss' abputzen! und Hinlegen!

Diese Kommandos werden - wie die nächsten - nirgendwo gelehrt, sie haben einen rein praktischen Nutzen. Ich setze sie ein, wenn die Hunde nach einem Spaziergang oder eine Tour im nassen Garten eine Reinigung benötigen, bevor sie reinkommen. Füss' abputzen ist sehr nützlich, es bedeutet für die Hunde erst einmal draussen zu bleiben und nur auf Zuruf reinzukommen und sich manipulieren, säubern zu lassen. Hinlegen! ist da die Stufe zwei, der Dackel wirft sich auf den Rücken, so kann sehr einfach die Unterseite trocken und sauber gewischt werden. Ich begleite das Kommando mit einer rotierenden Handbewegung.

Höschen

Nur etwas für Hündinnen-Halter mit praktischem Sinn. Wenn die Hundedamen heiss sind, können sie ziemliche blutige Spuren hinterlassen, da ist die Gewöhnung an ein entsprechendes Höschen vorab eine gute Idee. Das Höschen sollte sehr weich und anschmiegsam sein, Billigteile sind wahre Panzer, die lässt keine Hündin an, kaufen Sie demnach nur sehr weiche Höschen aus Naturfasern. Bringen Sie der Hundedame bei, beim freundlich gesprochenen Wort Höschen! stehen zu bleiben, anstatt an Ihnen vorbei zu rasen und auf's Sofa zu springen. Das geht auch gut in Kombination mit Steh! Höschen!. Schnell weiss die Hundedame, dass sie ruhig bleiben soll, bis Sie ihr das Stoffteil aufgefummelt haben, so ersparen Sie sich einiges an Stress. Mit dem Wort können Sie der Hündin auch klar machen, dass Sie das Höschen ausziehen möchten, bevor sie rausgeht und reinpinkelt.

Essen!

Wenn Sie immer das Wort (oder ein anderes, das dies für Sie bedeutet) rufen, bevor Sie das Futter hinstellen, auch wenn Ihnen der Hund gerade schon auf den Füssen steht. Vorteil: wenn er mal gerade nicht da ist, kommt er auf diesen Zuruf unverzüglich angerast, auch wenn es doch sooo spannend war im Garten.

Begleithundeprüfung

Die sogenannte BHP wird innerhalb des DTK vorbereitet und durchgeführt. Jeder sollte mindestens die BHP 1 ablegen, damit ist sichergestellt, dass Sie und Ihr Teckel sich jederzeit souverän in der Oeffentlichkeit bewegen können.  Bei Zuchthunden ist die BHP1 oder ein Wesenstest Voraussetzung für die Zuchtzulassung. Es soll sichergestellt werden, dass der Hund nicht ängstlich oder aggressiv ist. 

Sie können die BHP-Teile (1, 2, 3) separat ablegen oder in einem Block, das ist natürlich schwieriger und heisst dann BHP-G (für Gesamt).

BHP 1: Gehorsam

Führigkeit: Der Hund läuft an Ihrer Seite, ohne an der Leine zu ziehen. Zusammen gehen Sie um Hindernisse, er springt über einen kleinen Stamm o.ä. Ausserdem muss der Teckel ca. 30 Meter frei bei Fuss gehen und angeleint kreuz und quer durch eine Menschenansammlung (mindestens sechs Personen, einige davon mit Hund), wobei er letztendlich am Fuß des Hundesführers stehen oder sitzen bleibt.

Folgsamkeit: Sie lassen den Hund einige Zeit frei laufen (Entfernung ca. 30 - 50 m). Trennt sich der Hund nicht von Ihnen, können Sie auch mit dem freilaufenden Hund zu einem markierten Punkt in ca. 50 m Entfernung gehen. Der Hund bleibt sitzen und Sie kommen zum Ausgangspunkt zurück. Das Hereinkommen des Hundes kann mit und ohne Halt gezeigt werden. Ohne Halt: Auf Hör- oder Sichtzeichen hat der Hund zügig zu Ihnen zu kommen und sich nicht mehr zu entfernen. Mit Halt: Der hereinkommende Hund soll ca. 20 m vor Ihnen auf Hör- oder Sichtzeichen Halt machen und wird dort abgeholt.

Ablegen: Der Hund wird abgelegt (er darf auf einer Decke oder einer anderen Unterlage liegen). Sie entfernen sich ca. 50 m und behalten Sichtkontakt. Der Hund darf den Kopf hochheben oder sich setzen, jedoch den Platz nicht weiter als maximal einen Meter verlassen. Gibt er anhaltend Laut, winselt ständig, verlässet den Platz oder zieht an der Leine, wird er ausgeschlossen. Während der Ablegezeit (5 Minuten) geht der Prüfungsleiter oder ein Helfer mit einem angeleinten, nicht an der Prüfung teilnehmenden Hund in einer Entfernung von ca. fünf Metern an den abgelegten Hunden vorbei.

Verhalten bei Geräuschen: Zur Prüfung des Verhaltens bei Geräuschen bewegt sich der Hund frei von der Leine, mindestens 10 m von Ihnen entfernt, im Gelände. Der Prüfungsleiter oder ein Helfer schlägt kräftig mit einem Metallhammer (Abstand zum Teckel ca. 10 m) gegen ein hängendes Stahlrohr. Hunde, die Angstreaktionen zeigen, werden nach 30 Minuten nochmals geprüft. Reißt der Hund auf den Lärm hin aus oder versucht sich zu verkriechen, hat er die BHP 1 nicht bestanden.

Verhalten gegenüber Menschen: Zur Prüfung des Verhaltens gegenüber Menschen legen Sie den Hund frei bei Fuß ab und verharren mit ihm zusammen an einem Punkt. Mindestens 6 Menschen bewegen sich sternförmig bis unmittelbar auf Sie beide zu. Sie gehen langsam und ohne Drohgebärden. Sie entfernen sich wieder und gehen zum zweiten Mal schnell, energisch und unter Händeklatschen auf Sie und den Hund zu. Der Hund soll sich Menschen gegenüber ruhig und gelassen zeigen. Der Hund darf den Kreis verlassen ohne Fluchtreaktionen zu zeigen.

Verhalten im Straßenverkehr: Zur Prüfung des Verhaltens im Straßenverkehr gehen Sie mit dem Hund an lose hängender Leine auf dem Gehweg einer normal befahrenen Straße. Ein Radfahrer überholt in geringem Abstand mit Klingelzeichen. Ein Fußgänger kommt Ihnen entgegen und spannt in Höhe des Hundes einen Regenschirm auf. Er fragt Sie etwas anhand einer mitgeführten Zeitung. Auf Anweisung des Prüfungsleiters überqueren Sie mit dem angeleinten Hund die Straße. Vor dem Überqueren muss der Hund deutlich anhalten oder sich setzen. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite gehen Sie mit dem Hund wieder zurück und überqueren die Straße zum zweiten Mal.Den Fußgängern und dem Fahrverkehr gegenüber soll sich der Hund gelassen und ruhig verhalten, er soll Ihnen aufmerksam und willig folgen.

BHP 2: Führersuche und Warten

Führersuche: Sie laufen im offenen Gelände oder in einem Altholzbestand eine ca. 300 m lange Spur mit zwei rechtwinkligen Haken. Der zu prüfende Hund wird von einem Helfer gehalten und darf Sie nicht beobachten. Unmittelbar nachdem Sie die Spur gelaufen sind und sich versteckt haben, wird der zu prüfende Hund vom Richter am Spurbeginn angesetzt. Der Hund hat die Fährte frei und zügig auszuarbeiten und muss Sie finden.

Warten: Der Hund muss vor einem Gebäude warten. Dazu ist er vor dem Gebäude in der Nähe des Eingangs anzuleinen. Sie begeben sich in das Gebäude ausser Sicht des Hundes. Der Hund hat fünf Minuten unter Ablenkung durch Helfer ruhig auf seinem Platz zu warten.Folgende Ablenkungen sind zu prüfen: Jogger, Radfahrer, Mensch mit Hund. Zeigt er aggressives Verhalten, gibt er Laut, winselt ständig oder zerrt an der Leine, so hat er die BHP 2 nicht bestanden.

BHP 3: Wasserfreude

Zur Prüfung der Wasserfreude wird ein beliebiger, schwimmfähiger Gegenstand von Ihnen mindestens 6 – 8 m weit in tiefes, stehendes Wasser geworfen. Der Hund soll freiwillig den Gegenstand bis zum Ufer holen. Die einmalige Wiederholung und Ihr Zuspruch sind gestattet. Verläuft auch der zweite Versuch negativ, ist die Wasserfreude nicht bestanden.  

BHP-G: Begleithundeprüfung gesamt

BHP-1, 2 und 3 werden am gleichen Tag, hintereinander abgelegt.

Fazit zur BHP:

Das gemeinsame arbeiten mit dem Hund macht viel Spass, wobei manche Hunde erst einmal ein wenig älter sein müssen, damit es klappt, als Junghunde machen sie nur Dummheiten und Sie stehen ziemlich idiotisch mit Ihrem durchgeknallten Teckel da. 

Erschwerte Begleithundeprüfung (BHPS)

Gismo

BHPS 1: Erschwerter Gehorsam

Warten im AutoSie fahren mit Ihrem Auto vor, steigen aus und entfernen sich ca. 10 Schritte, die Autotür bleibt geöffnet. Sichtverbindung zum Hund darf bestehen. Der Hund bleibt im Auto und muss 3 Minuten bei offener Tür (oder Klappe) warten. Ein Helfer mit einem Hund geht in einer Entfernung von ca. 5 m am Auto vorbei. Der Hund soll sich ruhig verhalten. 

Verhalten in der Menschengruppe: Sie gehen mit dem Hund frei bei Fuß durch eine Menschengruppe (nicht Spalier) von wenigstens sieben Personen, davon einige mit Hund. Die Personen werden links und rechts umgangen (etwa in Form einer Acht). Sie halten neben einem zweiten Hundführer mit Hund an. Dann gehen Sie mit dem Hund weiter und lassen diesen in der Gruppe Sitz oder Platz machen. Sie gehen ohne Hund aus der Gruppe heraus, umgehen diese und holen den Hund wieder ab.

Gehorsam aus der Bewegung unter AblenkungEs werden zwei Hunde gemeinsam geprüft. Ein Hund wird frei in Sitz oder Platz gebracht, Sie stehen ca. 20 Schritte vom Hund entfernt mit dem Rücken zum Hund. Der zweite Hundeführer begibt sich mit Hund ca. 20 Schritte vom wartenden Hund entfernt in Grundstellung. Auf Anweisung des Richters gehen Sie mit dem frei bei Fuß gehendem Hund 10 Schritte geradeaus und lassen ihn ohne anzuhalten aus der Bewegung Sitz oder Platz machen, Sie laufen ohne Halt weitere 20 Schritte und drehen sich nun zu dem wartenden Hund um. Nach Aufforderung des Richters, gehen Sie zurück zu Ihrem Hund und holt diesen ab. Dann erfolgt der Wechsel.

Vorausschicken mit Halt: Sie begeben sich mit dem Hund in Grundstellung. Auf Kommando schicken Sie den Hund voraus. In einer Entfernung von mindestens 30 Schritten bringen Sie auf Kommando den Hund zum Halt, dabei kann er stehen, sitzen oder Platz machen. Auf Weisung des Richters wird der Hund abgeholt. Wie Sie ihn zum Halt bringen, ist Ihnen überlassen, Sie können rufen, pfeifen, Handzeichen geben.

BHPS 2: Suchen auf der Fremdspur

Auf einer Strecke von 300 m mit zwei möglichst rechtwinkeligen Haken soll der Hund an einer Suchenleine (6 m lang)  auf einer von einem Helfer getretenen Spur drei Holzscheiben, max. 10 – 12 cm Durchmesser, verweisen oder aufnehmen. Der Helfer muss die Holzscheiben vor dem Legen der Spur mindestens 30 Minuten am Körper getragen haben.Der Helfer tritt die Spur wie vorgegeben und legt in etwa auf der Hälfte der Schenkel je einen Verweiserpunkt ab. Am Ende der Spur erwartet der Spurenleger das Gespann in der Deckung.
Mit der Suche wird begonnen, wenn der Spurenleger sich mit dem Prüfungsleiter/Helfer verständigt hat. Das Anlegen der Spur darf Hund und Hundeführer nicht einsehen.
Danach kann die Suche durch den Hund sofort begonnen werden. Der Richter mit dem spurkundigem Prüfungsleiter oder Helfer folgen Ihnen im angemessenen Abstand.
Kommt der Hund mehr als 30 m ab, ist er abzurufen. Auf der Spur darf der Hund 1 x abkommen. Die Spurarbeit muss nach 20 Minuten beendet sein. Um die Prüfung zu bestehen, müssen zusätzlich mindestens zwei Verweiserpunkte mitgebracht werden. Jeder zu prüfende Hund hat eine frische Spur zu arbeiten.

BHPS 3: Bringen

Ein beliebiger Bringgegenstand (kein Wild) wird von einem Helfer im Feld oder im Wald 200 m weit an einer kurzen Leine nachgezogen. Die Schleppspur hat zwei rechtwinkelige Haken und am Ende wird der Bringgegenstand abgelegt.
Der Helfer geht in der Nähe des Apportels in Deckung. Danach wird der Teckel am Spurbeginn angesetzt und hat die Spur selbständig auszuarbeiten und soll den Bringgegenstand freudig zu Ihnen zurückbringen. Er darf höchstens drei Mal angesetzt werden. Ein sauberes Ausgeben wird nicht verlangt.

BHPS G: Erschwerter Gehorsam Gesamt

Schafft der Hund alle 3 Teile der BHPS am gleichen Tag, hat er die BHPS G bestanden. Jährlich wird dem besten Hund pro Region bei dieser anspruchsvollen Prüfung ein Pokal überreicht. Gismo wurde 2011 bester Teckel bei der BHPS-G Rheinland-Pfalz/Saarland und erhielt dafür den schönen roten Pokal. Um an diesen Punkt zu gelangen, waren 2 Jahre Training nötig (1 Jahr zur BHP-G, 1 Jahr dann bis zur BHPS-G).