Zwergrauhaarteckel von den Argoatjägern FCI, züchten aus Leidenschaft

Die Entwicklung von gesundem Rauhaar beim Welpen und Junghund fördern

Unser Ziel : die drei Decken beim rauhaarigem Hund entstehen lassen


Weil es am dunklem Dackelchen nicht so deutlich zu erkennen ist, wurde die junge Jack-Russel Dame Ellie (im Jagdeinsatz) als Model genommen.


Dank heller Haare ist alles deutlich besser zu erkennen. Die Maus ist zwei Jahre jung und wurde noch nie getrimmt. 


Bevor wir zu unseren Teckel übergehen, möchten wir zeigen, wie die Decken durch Trimmen enstehen.


Nota: Jack-Russel gibt es in Kurz- oder Rauhaar. 













Der Urzustand

Das Haar ist überreift, es ist kaum Unterwolle vorhanden. Es wäre sehr einfach, alle Haare abzuziehen und sie würde ziemlich nackt da stehen. Dann würde in einigen Monaten wieder das gesamte Haarkleid reif sein und müsste erneut bis auf die Unterwäsche getrimmt werden, auch wenn diese dann dichter sein würde. 


Die Lösung 

ein funktionierender 3 Decken-Zyklus.













Nach vorsichtigem testen, um zu sehen inwieweit sich rauhe Haare finden lassen, welche im Wachstum sind (in der anagenen Phase - die erste Decke), bzw. in der Ruhezeit (in der catagenen Phase - die zweite Decke), wird Ellie nur von der herausgewachsenen Decke (das abgestorbene Haar der telogenen Phase - die dritte Decke) befreit. Da sie noch nie richtig gemacht wurde, befindet sich das meiste Haar in der telogenen Phase. Hier ist gut zu sehen, wie das Haar Schichten bildet. Bei einem vollkommen haargesundem Rauhaardackel sollte eine dichte Schicht Unterwolle zu finden sein. Diese ist hier nicht vorhanden, deshalb ist die Musterung der Haut so gut durch das Haar zu sehen. 


Die erste Decke ist das Haar, welches sich im Wachstum befindet, es sind die Haare, welche noch unter der Haut wachsen und kürzere Haare, sie dürfen nicht gezupft werden, das wäre auch unangenehm.

Die zweite Decke besteht aus längeren Haaren in der Ruhephase, diese werden noch mit Nährstoffen versorgt und sollten auch nicht entfernt werden. 

Die letzte und dritte Decke besteht aus den abgestorbenen Haaren. Weil diese nicht mehr mit Nährstoffen versorgt werden, sind sie nur noch wie Korken, welche in den Haarkanälen festhängen und sie verstopfen. Diese dritte Decke muss beim Trimmen entfernt werden. 


Hier wurde die dritte Decke heruntergenommen und nun kann das Haar normal nachwachsen. Das Prinzip des Rolling Coat (Wechseldecke) ist einfach:

- Decke 1 wächst

- Decke 2 erscheint frisch und neu nach dem Trimmen, der Hund sollte nie in seiner Unterwolle stehen

- Decke 3 wird entfernt und macht Platz für die frischen Haare der zweiten Decke.

- Die Unterwolle spielt ihre wichtige Rolle und wird ab und an ein wenig ausgekämmt.


Wichtig ist hierbei eine absolute Regelmässigkeit, sonst passiert das, was hier auf den Bildern zu sehen ist: fast alle Haare sind bereits Teil der dritten Decke und müssen raus.


Soweit das Grundprinzip. 















Nach nur drei Monaten hat sich das Haar deutlich gebessert, es ist viel dicker und dichter geworden.


Es ist wieder Unterwolle vorhanden, diese wird sich noch weiter erholen.


Nachdem nochmals die reifen Haare entfernt wurden, ist der 3 Decken Zyklus gut eingeleitet, das Haar wird sich mit der Zeit noch qualitativ verbessern. Es ist hier mit ca. einem Jahr zu rechnen, um die maximale Qualität zu erreichen. Wäre sie früher getrimmt worden, hätte sich das Haar noch besser entwickeln können.


Bei den hellen Haaren mit Musterung ist gut zu erkennen, das die Haarqualität stark zugenommen hat. Die dunklen Hautflecken sind nicht mehr so stark zu sehen. Bei Hunden im Jagdeinsatz ist es noch wichtiger, dass die Haare dicht und drahtig wachsen, denn sie sollen sie schützen, wenn sie im Gebüsch sind. 


________________________________________________________________________

Die Entwicklung von Rauhaar beim sehr haarigem Hey Joe von den Argoatjägern

Es gibt bei Rauhaarteckeln unterschiedliche erbliche Veranlagungen, die eine grosse Rolle bei der Entwicklung ihrer Haarpracht spielen. Generell pflegeleicht und meistens überraschungsfreier sind Vertreter, die mit eher kurzem und/oder weniger dichtem Haar daher kommen, jedenfalls solange nicht einer auf die Idee kommt, das Haar zu schneiden.


Bei Teckeln die haarige Erbanlagen haben, ist die richtige Pflege in den ersten Monaten ausschlaggebend. Ich werde immer wieder gefragt, wieso meine haarige Welpen trotzdem so schönes sehr rauhes Haar bilden, sehen sie doch auf den Welpenbildern plüschig aus. So ein kleiner Plüschbär ist Hey Joe von den Argoatjägern, der Bursche war von Anfang an eine wahre Haarexplosion und deswegen das beste Beispiel für den Umgang mit solchen Haartypen:


Schauen wir uns die Entwicklung an:

30 Tage

15 Tage

5 Tage

42 Tage

85 Tage

55 Tage

3 Monate

Joe hat einen starken Haarwuchs und mit 3 Monaten sah er sehr niedlich aus, die Locken waren unwiederstehlich und sie waren schön weich. 


Bei seinem Anblick waren die Kosenamen “Bärchen”und “Plüschhase” dauernd präsent. 


Das hört sich zuerst ja niedlich an, aber Joe ist ein Rauhaarteckel, lange weiche lockige Haare sind nicht erwünscht, was ist also falsch an diesem Hund? Gar nichts, Joe ist ein Welpe und hat einfach nur Welpenhaar. Damit sich dieses korrekt zu Rauhaar entwickeln kann, bedarf es der richtigen Behandlung.


Schon jetzt hätte vermutlich fast jeder Hundefriseur dazu geraten, ihn zu scheren, das Haar wäre viel zu weich, um es zu trimmen. Ein Rauhaarzüchter wollte ihm sogar die Augen frei schneiden, was unweigerlich zu Nothaaren geführt hätte.


Zeit für das erste Trimmen. Wie die meisten Welpen findet Joe das anfangs noch ganz amüsant, spätestens wenn es um die Flanken geht, platzt ihm der Kragen und er beisst herzhaft in meine Finger, was mit den Welpenzähnchen höllisch weh tut. Ich teste immer wieder die verbliebenen Welpenhaare auf den“Reifegrad” und arbeite mich Zentimeter für Zentimeter voran. Die meisten Haar sind noch nicht reif aber da kommt schon einiges runter. Geschafft!

3,5 Monate

Viele Halter (und auch Züchter) glauben, dass man frühestens mit 6 oder sogar 9 Monaten zupfen sollte. Das kann allerdings viel zu spät für gutes rauhes Haar sein. 


Ab 3 Monaten sollte man anfangen zu testen, ob das Haar an unterschiedlichen Stellen reif ist. Meistens ist spätestens mit 4 Monaten bereits viel zu entfernen und dann heisst es am Ball bleiben und nach und nach das herausgewachsene Welpenhaar zupfen. Wenn es reif dafür ist, kommt es sehr leicht. Dann hat der Junghund mit 6 Monaten eine sehr gute Haarpracht. Ich sehe viele Hunde im Verein und ausserhalb, von denen behauptet wird, sie hätten von Geburt an schlechtes Haar gehabt. Das ist eine sehr weit verbreitete Fehleinschätzung, die darauf beruht, dass die Menschen nicht den Unterschied zwischen Welpenhaar und endgültigem Rauhaar kennen und nicht verstehen, dass sie meistens selbst an der Misere Schuld sind. Entweder sie haben viel zu lange gewartet, um das Welpenfell zu entfernen, oder sie haben es geschnitten/geschoren. Das habe ich sogar bei Züchtern erlebt, die Welpen mit 1A Haaranlagen die Beine geschoren haben, weil sie sonst “zu weiches Fell”entwickeln würden. Die Welpen hatten im Alter von 2 Monaten perfektes Haar, welches sich zu sehr gutem Rauhaar an den Beinen entwickelt hätte, mit einem halben Jahr war es ruiniert. Es war dem Menschen nicht klar zu machen, dass das weiche Fell eine Konsequenz der Schur war und nicht eine genetische Anlage, der Hund hätte perfektes harsches Haar an den Beinen gehabt, wären diese fachgerecht gezupft worden.

Wenige Wochen später ist das Welpenhaar  wie erwartet so richtig explodiert. Es sind sogar bereits hellere Haare zu sehen, Nothaare drohen. Er ist gerade mal 4 Monate alt. Hier werden die Weichen für gesunden Haarwuchs gelegt. Leider berichten mir immer wieder Halter von ihren “massakrierten” Hunden, denn die meistens Hundefriseure sind der Meinung, dass so ein Haar nur geschoren werden kann. Sie wissen nicht, das Welpenhaar meistens so lockig und weich ist. Die Halter reagieren meistens viel zu spät, weil der Hund auf einmal nicht mehr süss ausschaut, sondern sich die Haarfarbe allmählich ändert und er langsam einem explodiertem Kissen gleicht. Wird daraufhin das Haar geschnitten oder geschoren, kann sich kein gesundes rauhes Haar entwickeln. Dafür muss das Welpenhaar durch zupfen (am besten nur mit den Fingern) enfernt werden. Dies ist bei Welpen eine langwierige Aufgabe, denn das Haar wird nicht überall gleichzeitig reif und man sollte am Ball bleiben  und immer wieder die längeren Strähnen herauszuppeln.

Genau 4 Monate

4 Monate - Nach dem Zupfen

4 Monate - Vor dem Zupfen

Mit 4 Monaten - nachdem die ersten Haare, vorwiegend an Rücken und Pfoten bereits mit 3 Monaten gezupft worden sind - wird nochmals im grösserem Umfang gezupft. Anschliessend ist bereits ein Grossteil des Rumpfes perfekt. An der Farbe lässt sich gut erkennen, dass die neuen rauhen Haare noch sehr kurz sind (erste Decke - anagene Phase) und die dichte Unterwolle (heller) ist noch gut sichtbar. Dafür sind sie sehr rauh für so einen kleinen Kerl. 


Nicht mal 2 Monate später ist Joe wieder explodiert. Auch jetzt noch erscheint das Haar an Kopf und Beinen (der Rücken ist sehr drahtig) wollig und weicher. Bei Hunden mit solch einem starkem Wuchs ist das normal, es dauert, bis die Haare voll entwickelt sind und es bedarf einer konsequenten Pflege, bei der die wolligen Welpenhaare, welche sich noch zwischen dem Rauhaar befinden, herausgenommen werden.


Mit 8 Monaten ist Hey Joe ein kleines Haarmonster, Zeit nochmals gründlich aufzuräumen (Hierunter).

5  3/4 Monate

8 Monate. 

Vorher:

Teddy-

Bear
















8 Monate.

Vorher:

Rauhes und längeres Haar





8 Monate.

Nachher: 

Der Rücken ist perfekt rau





8 Monate. Nachher: 

auf dem richtigem Weg




Wollige Welpenhaare können bei manchen Hunden, zu denen Joe gehört, sehr hartnäckig sein. 

Es dauert manchmal 4, 5 oder sogar 6 Trimmdurchgänge, bis das Rauhaar sich in seiner ganzen Pracht zeigt. Joe’s Rücken ist bereits perfekt, an den haarigen Vorderbeinen der Brust und dem Kopf wird es noch ein wenig dauern, bis alle Welpenhaare erwischt wurden, weil sie noch nicht reif sind. Bei solchen Hunden wird oft fälschlich behauptet das Haar könnte nur geschoren werden. Dabei ist es genau das, was nie passieren sollte, denn dann werden sich die Haare nicht mehr entwickeln können und sind nicht mehr zu retten. 


Wir werden weiter berichten.

Diese Website nutzt Cookies. Lesen Sie unsere  Datenschutzerklärung für Details.

OK